„Forum Juden-Christen begrüßt Vorschlag der Stadt Lingen (Ems) zur Umbenennung der Straßennamen mit NS-Vergangenheit“ – so ist eine Pressemitteilung von Simon Göhler überschrieben. Die PM im Wortlaut:
Der Beschlussvorschlag zur Untersuchung der Lingener Straßennamen für die Sitzung des Kulturausschusses am 25. März 2025 wird vom Forum Juden-Christen Altkreis Lingen e.V. sehr begrüßt.
„Die fundierte Auseinandersetzung mit allen Straßennamen in Lingen ist ein wichtiger und richtiger Prozess. Wir sind erleichtert, dass der Lingener Stadtrat über die Umbenennung der Straßen ab Kategorie 5 abstimmt. Die Umbenennung der Bernd-Rosemeyer-Straße ist für das Forum Juden-Christen ein Zeichen gegen Mitläufertum und für Weltoffenheit zu setzen“ erklärt der Vorsitzende Simon Göhler. „Es geht dem Forum“, so Göhler weiter, „nicht um eine Beurteilung der Person Bernd Rosemeyer, sondern um die Wirkung, die von einer Straße mit diesem Namen ausgeht.“
Der stellv. Vorsitzende Dr. Walter Höltermann erinnert an die SS-Mitgliedschaft von Bernd Rosemeyer: „Als der AfD-Politiker Maximilian Krah vor der Europawahl im letzten Jahr in einem Interview zwischen guten und schlechten SS-Männern unterschied, ging zurecht ein Aufschrei des Entsetzens durch die europaweite Öffentlichkeit. Die Benennung einer Straße nach einem SS-Hauptsturmführer ist in diesem Kontext mit einem ‚Lingen ist bunt‘ unvereinbar“.
„Zudem“, so Höltermann weiter, „war Rosemeyer für das NS-Regime eine Person, mit dessen Hilfe die Jugend für das System begeistert wurde. Er war Opfer und Täter zugleich, ließ sich korrumpieren und wurde so Teil eines zutiefst unmenschlichen Systems.“